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Du und die Nacht

Gib du dem Tag, was aus dir will.
Die Nacht ist still.
Auch wenn in einem Nachtlokal
Du welche Leute, die Skandal
Begeistert, siehst. Nicht, daß du fliehst!
Auch wenn ein Raufbold dich berennt,
Oder ein blöder Korps-Student
Mit Gott dems einfiel, dort zu wandeln
Will anbandeln.

Dieweil das Meiste schläft, baut aus Gestirnen
Sich Unkenmärchenhaftes. Gruslig schiebt
Schlechtes Gewissen seine Heimlichkeiten,
Und Hirne dampfen über Nachtarbeiten.
Dieweil die Stille dürstend Weisheit siebt,
Schwelgt Animalisches, und Sehnsucht liebt.

Gib du der Nacht, was dir der Tag vergibt.

Autor: Joachim Ringelnatz

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