Anmelden | Registrieren

powered by Personello Fotogeschenke Fotogeschenke

Trauersprüche

Trauersprüche

Es ist gar nicht so einfach, seiner Trauer mit Worten Ausdruck zu verleihen, wenn der Tod einen geliebten Menschen geholt hat. Der Schmerz, die Verzweiflung und die Trauer rauben die Worte, und sprachlos versucht man, das Unfassbare zu begreifen. Auf der anderen Seite können wohlgesetzte Worte in dieser Situation helfen und großen Trost spenden. Deshalb greifen viele Menschen bei einem Todesfall auf Trauersprüche zurück, die in schönen Worten das ausdrücken, was sie empfinden und gerade selbst nicht sagen können. Die Trauersprüche sind sehr vielfältig und können daher die verschiedensten Emotionen zum Ausdruck bringen. Man findet sie entweder in der Bibel oder philosophischen Werken, in besonderen Spruchsammlungen oder im Internet; dort stehen sie üblicherweise kostenlos zur Verfügung.

Man kann natürlich auch selbst einen Trauerspruch schreiben, wenn man dazu in der Verfassung ist. In einem selbst verfassten Trauerspruch kann man dann sehr individuell auf den Verstorbenen und die eigenen Gefühle für ihn oder sie eingehen – das macht den Trauerspruch sehr persönlich. Man kann eines seiner Hobbys ansprechen, eine seiner besonders geschätzten Vorzüge oder die Bedeutung erwähnen, die der Verstorbene für einen selbst hatte. So ist er auf einer Traueranzeige ein sehr berührender Ausdruck der Emotionen der Hinterbliebenen; und als Ausdruck des Beileids wirkt er womöglich noch tröstender als ein allgemeiner Trauerspruch.

Quellen von Trauersprüchen

Die Menschheit beschäftigt sich seit Anbeginn der Zeiten mit dem Tod und sucht nach Wegen, mit ihm umzugehen. Daher haben sich schon vor Jahrtausenden Dichter, Denker, Philosophen und religiöse Führer mit dem Tod beschäftigt und ihre Erkenntnisse unter anderem auch in Trauersprüchen nieder geschrieben. Es gibt also grundsätzlich zwei Quellen von Trauersprüchen: religiöse und weltliche.

Religiöse Trauersprüche

Der Inhalt der religiösen Trauersprüche orientiert sich oft an dem Jenseitsverständnis der jeweiligen Religion. Im Christentum glaubt man, dass die Seele ewig weiterlebt und von Gott erlöst worden ist; der verstorbene Mensch also zu Gott zurück kehrt. Diesen Glauben drücken die meisten religiösen Trauersprüche aus. Dabei soll die Hoffnung auf ein Wiedersehen im Angesicht Gottes Trost spenden, ist der Verstorbene so doch nicht für immer verloren. Ein Beispiel für einen solchen religiösen Trauerspruch ist der folgende:

„Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen und euer Herz wird sich freuen.“
Johannes 16,22

Für gläubige Menschen ist es allerdings sehr schwer, nicht mit Gott zu hadern, wenn ihnen ein Kind entrissen wurde oder der Tod sehr plötzlich zum Beispiel durch einen Unfall kam. Viele Christen verstehen nicht, wie Gott so etwas zulassen konnte. In diesem Fall werden dann oft religiöse Trauersprüche gewählt, die die Weisheit Gottes darstellen sollen, die der Mensch nicht erkennen, sondern an die er nur glauben kann, wie es der Spruch „Gottes Wege sind unergründlich“ ausdrückt. Auch der Spruch „Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen“ weist den Gläubigen darauf hin, dass alles Leben von Gott geschenkt wurde und auch von ihm wieder genommen werden kann, wann immer er es für richtig hält. Etwas anders drückt diese Haltung der folgende Spruch aus:

„Der Tod eines geliebten Menschen ist die Rückgabe einer Kostbarkeit, die Gott uns nur geliehen hat.“

Bei einem plötzlichen Tod oder gar einem Selbstmord sollte man den Trauerspruch sehr sorgfältig auswählen und vielleicht eher einen nehmen, der den Verstorbenen kennzeichnet, da besonders die eben angeführten Trauersprüche unter Umständen kein wahrer Trost sind.

Weltliche Trauersprüche

Auch weltliche Trauersprüche können sehr berührend sein und großen Trost spenden. Je nach Herkunft gehen sie auch davon aus, dass es eine unsterbliche Seele gibt, die weiter existiert, oder aber sie orientieren sich an der Vorstellung, dass der Mensch nach seinem Tod einfach aufhört zu existieren und wieder Teil der Natur wird. Die weltlichen Sprüche bieten durch ihre Sichtweisen auf den Tod dann einen Trost, der in der Trauer helfen kann. So wird gerne das Bild des Flusses verwendet, als der das Leben angesehen wird, und der nicht versiegt, sondern sich am Ende einfach ins Meer ergießt, die Vergänglichkeit also ein ganz natürliches Element ist, das uns mit allem verbindet.:

„Unser Leben ist der Fluss, der sich ins Meer ergießt, das „Sterben“ heißt.“
Federico Garcia Lorca

Andere weltliche Trauersprüche, die eine unsterbliche Seele annehmen, spenden ebenfalls Trost dadurch, dass man sich im Jenseits wieder sehen kann:

„Als der Regenbogen verblasste, da kam der Albatros, und er trug mich mit sanften Schwingen weit über die sieben Weltmeere. Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichts. Ich trat hinein und fühlte mich geborgen. Ich habe euch nicht verlassen, ich bin euch nur ein Stück voraus.“

Sehr oft weist ein weltlicher Trauerspruch auch darauf hin, dass man einen verstorbenen Menschen nicht komplett verloren hat, solange er in den Herzen der Menschen weiterhin seinen Platz hat:

„Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen.“

Tröstlich kann auch ein Trauerspruch sein, der den Tod unter einem anderen Blickwinkel als durchaus positiv darstellt. Das kann dann sehr hilfreich sein, wenn ein Mensch nach einer langen und schweren Krankheit verstorben ist:

„Wenn die Kraft versiegt, die Sonne nicht mehr wärmt, dann ist der ewige Frieden eine Erlösung.“

Wenn man nicht genau weiß, ob der Mensch, dem man sein Beileid mit einem Trauerspruch übermitteln möchte, religiös ist, liegt man mit einem weltlichen Trauerspruch auf jeden Fall richtig, für gläubige Menschen gibt es eine Fülle an religiösen Trauersprüchen, die diesen wahrscheinlich mehr Trost spenden.

Der Einsatz von Trauersprüchen

Trauersprüche kommen auf vielfältige Weise zum Einsatz, um den Menschen ihren Trost zu spenden. Zum einen wird ein Trauerspruch oft in einer Todesanzeige verwendet, die von der Familie veröffentlicht oder als Trauerkarte verschickt wird. Bei Todesanzeigen werden meistens sehr kurze Sprüche gewählt, da der Preis einer Anzeige von ihrer Größe abhängt. Bei Trauerkarten kann man gerne auch einen längeren Spruch wählen, wenn man ihn für passender hält.

Auch auf Beileidskarten findet sich meistens ein Trauerspruch vorgedruckt, oder man kann selbst einen hinein schreiben. Auf jeden Fall sollte man einen Trauerspruch aber noch mit eigenen Worten ergänzen, damit die Beileidsbekundung auch persönlich wird. Ein Trauerspruch eignet sich auch sehr gut für ein Kondolenzbuch. Dieses wird bei der Beisetzungsfeier ausgelegt oder aber virtuell im Internet geschaffen. Jeder Teilnehmer an der Beisetzung oder Besucher der Gedenkseite hat die Gelegenheit, sein Beileid in schriftlicher Form im Kondolenzbuch fest zu halten – und dafür werden sehr gerne Trauersprüche gewählt.

Zudem findet der Trauerspruch oft noch einen Platz auf Trauerschleifen, die an Kränze gebunden werden, sowie später auf dem Grabstein. Hier wird man sich wegen des geringen Platzangebotes wieder eher für recht kurze Sprüche entscheiden müssen.

Die Arten von Trauersprüchen

Ein Trauerspruch kann verschiedene Ansatzpunkte haben, die jeweils unterschiedliche Themen ansprechen. Zum einen kann ein Trauerspruch dazu dienen, den Schmerz, die Leere und die Trauer auszudrücken, die man nach dem Todesfall nun empfindet. So wird durch den Ausdruck dieser starken Emotionen noch einmal der Verlust deutlich gemacht, den der Tod des Menschen bedeutet. Ein Beispiel für eine solchen Trauerspruch ist der folgende:

„Die Tränen alle, die ich weine, du siehst sie nicht, nicht meinen Schmerz. Was ich an dir verloren habe, das allein weiß nur mein Herz.“

Viele Trauersprüche wollen aber auch Trost spenden und wieder Hoffnung geben, indem sie den Tod nur als Übergang in ein anderes Stadium betrachten und deutlich machen, dass der geliebte Mensch immer noch präsent ist, nur anders:

„Alle, die mich liebten, werden mich in der Natur sehen, fühlen und spüren. Ich bin ein Strahl der Morgensonne geworden, der Euch Erwachen bringt. Ich bin ein Hauch des Windes geworden, der Euch Kühlung bringt. Ich bin ein letzter Strahl der Abendsonne geworden, der Euch Ruhe bringt. Ich bin da, wo Ruhe und Frieden ist und werde immer und überall bei Euch sein.“

Oder aber man würdigt in seinem Trauerspruch noch einmal das, was man an dem verstorbenen Menschen so besonders geschätzt hat – auch diese Trauersprüche bedeuten für die Hinterbliebenen einen großen Trost, zeigen sie doch dass ihr Angehöriger von vielen anderen Menschen ebenfalls geschätzt wurde:

„Wir sind dankbar für deine Menschlichkeit, unvergesslich bleibt deine Ausstrahlung, bewundernswert war dein Engagement, und du bist unser Vorbild für die Zukunft.“

Ein sorgfältig ausgewählter Trauerspruch kann also für alle eine Stütze sein und großen Trost spenden; sowohl dem, der ihn auswählt, weil er so seine Trauer etwas bewältigen kann, als auch dem, an den er gerichtet ist – er spürt, dass er in seinem Schmerz nicht allein ist und andere Menschen mit ihm fühlen.
Geschrieben von Irene Becker

Zum Seitenanfang